DOTS oder das Auge des Beobachters
Beschränkter Wettbewerb, Kunst am Neubau des FMP Labor-und Institutsgebäudes in Berlin-Buch, 2000
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Der Wandel vom Abbild des Auges bis zu den Dots im Innenhof des FMP
wird mit Hilfe einer Animation auf kleinen LCD-Monitore visualisiert.

Ausgangspunkt für die Arbeit DOTS oder Das Auge des Beobachters ist die visuelle Darstellung eines menschlichen Auges, die ich in einem Buch ueber Mikroskope gefunden habe. Man weiss nicht, zu wem dieses Auge gehoert, aber die Darstellung erweckt durch ihren runden Beschnitt die Vorstellung, dass das Auge durch eine Linse blickt oder dass man es selbst durch ein Objektiv betrachtet. So wird das Sehen, das Sehorgan selbst zum Gegenstand der Untersuchung. Mich interessiert die Idee, das mikroskopische Prinzip umzudrehen und mit meinen Augen die bildliche Darstellung des Auges genauer zu untersuchen. Ich entnahm also dieser gedruckten Augen-Abbildung einen kleinen Ausschnitt und vergroesserte ihn so lange, bis er seine Gegenstaendlichkeit verlor und keinerlei sichtbaren Verweis mehr auf seinen Ursprung zuliess. Was uebrig blieb, waren die bildgebenden Strukturen der gedruckten Vorlage, die ohne inhaltliche Bezuege fuer sich stehen konnten. Die gelben, roten und blauen Punkte des Ausschnitts ergeben sich aus der Skalierung der Druckvorlage. Sie sind in einer Rasterstruktur angeordnet, die je nach ihrer Farbe anders ausgerichtet ist. Die Punkte sind unterschiedlich gross und bilden das "Gerüst" des Bildes. Durch Ueberlagerungen ergeben sich weitere Farben, wie z.B.orange, gruen, violett usw.


Die Leuchtmittel der DOTS werden bei einsetzender Dunkelheit über einen Dämmerungsschalter aktiviert. Sie übernehmen einen Teil der notwendigen Beleuchtung des Innenhofs und bilden einen starken Bezugspunkt zu diesem Bereich der Anlage ,insbesondere während der Abendstunden.

Die farbigen Punkte, die durch die ausschnitthafte Skalierung des Auges entstehen, werden als Vorlage für die Herstellung von ca. 45 cm hohen Objekten (DOTS) genutzt, die, entsprechend angeordnet, ein Feld mit einem Radius von ca. sieben Meter entstehen lassen. Die DOTS sind Hohlformen, deren Koerper - entsprechend der Ausschnittsvorlage - aus farbig lackiertem Edelstahl gefertigt werden. Die Deckel bestehen aus VSG-Glas und sind von innen mit farbiger, transluzenter X-Film-Folie beklebt. Im Inneren der Objekte werden Leuchtstoffroehren installiert. In der Eingangshalle und auf den beiden darüber liegenden Stockwerken wird jeweils ein kleiner LCD-Monitor an der Fensterfront (oder an einer der beiden Seitenwaende) angebracht, auf dem eine Computeranimation zu sehen ist, die den Prozess der Ausschnittsvergroesserung vom Auge zu seiner punkthaften Aufloesung darstellen wird. Diese nur einige wenige Sekunden dauernde Animation wird sich als Endlosschleife wiederholen und dem Betrachter die Verbindung zwischen den DOTS-Objekten und der Bildvorlage vermitteln.



"One of the most remarkably complex enterprises concerning human struggle to represent the natural world has been the problem of making the invisible visible. Over the past three centuries great emphasis has been given to the advancement of optics and image reproduction technologies which strive to disclose natural phenomenon such as the passage of time, the body šs interior, the realm of space, and perhaps most prevalently, the microscope" (Mark Dion, Roundup: An Entomological Endeavor for the Smart, Museum of Art, Chicago)