Lichthelfer
1. Preis des Wettbewerbs: Kunst im Gleimtunnel, Berlin, 2001 (Realisierung 2002-04)
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Lichthelfer basiert auf dem Prinzip einer Visualisierung von Bewegungsabläufen im Gleimtunnel, die durch die Passanten hervorgerufen werden. Die in den Deckenöffnungen angebrachten Strahler erhellen bei Durchquerung des Tunnels den eingeschlagenen Weg. Bleibt der Passant stehen, stoppt auch die Lichtführung und wird erst fortgesetzt, wenn die Person weitergeht. Kommen sich zwei Passanten entgegen, so wandern auch die Lichtkegel aufeinander zu, kreuzen sich und driften auseinander.

 

Der Gleimtunnel, eine wichtige Klammer zwischen den Bezirken Prenzlauer Berg und Wedding, war lange Zeit durch die dort verlaufende Grenze in seiner Funktion als Verbindungsstück gestört und blieb so der Verwahrlosung ausgesetzt. Die interessanten gußeisernen Säulen des Tunnels und die strenge Deckenkonstruktion verbleiben bis heute im Dunkeln. Seit der Wiedereröffnung des Tunnels in den frühen 90'er Jahren und der späteren Entscheidung, ihn für den Verkehr zu öffnen, ist er aufgrund der spärlichen Beleuchtung eher ein Autotunnel und wird bis dato von Fußgängern ungern benutzt.

"Der hat etwas Dunkles und Gruseliges. Nachts hallten die Schritte und die Älteren erzählten Geschichten von Überfällen, die in Wirklichkeit dort auch nicht häufiger vorkamen als an anderen Orten."

Grenzgänger, Wunderheiler, Pflastersteine - Die Geschichte der Gleimstraße in Berlin

Fotos: Thomas Bruns